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Von einer Sliding Competition zur Naechsten

Autor: Miriam | Datum: 10 Dezember 2009, 00:26 | 60 Kommentare

Seit einigen Tagen bin ich nun wieder in Tacloban und finde nun endlich die Zeit etwas von meiner so wunderschoenen und erlebnisreichen Zeit in Macopa und Camarubo-an zu berichten.


Die meiste Zeit war ich bei meinem Placement in Macopa. Am Wochenende jedoch bin ich dann oft nach Camarubo-an gereist, da dort der Pastor mit seiner Familie lebt.

Mein Programm in Macopa war besonders auf Integration focusiert. Das heisst, dass ich die Menschen dort bei ihrem taeglichen Leben begleitet habe und somit unteranderem gerlernt habe wie man Fische faengt, Reis pflanzt oder Kamote (eine Art Suesskartoffel) erntet. Natuerlich war ich meistens immer in Begleitung von einem oder mehreren Jugendlichen der Cristian Youth Fellowship (CYF) unterwegs. Die Menschen in Macopa leben hauptsaechlich vom Fischfang. Die Menge des gefangenen Fisches entspricht meistens gerade der Menge, welche sie zur Ernaehrung der eigenen Familie benoetigen. Wenn kein Fisch gefangen werden kann, steht auch kein Essen auf dem Tisch... Neben dem Fischfang betreiben viele noch eine Farm, welche sich in den nahe liegenden Bergen befindet. Um zu der ein oder anderen Farm zu kommen muss man teilweise einen Fussmarsch von ueber einer Stunde im Kauf nehmen. Besonders am Morgen ist der Weg duch den Morgentau noch sehr rutschig. Viele fahren morgens frueh aufs Meer hinaus um Nachmittags dann zu ihrer Farm zu gehen.

Meine "Arbeitsuniform" bestand aus einer langen Hose, Gummistiefel, einem Tuch auf dem Kopf und ,trotz der Hitze, aus einem Wollpulli. All dies war noetig um sich gegen die Sonne, sowie Insekten etc zu schuetzen. Als wir auf dem Meer waren haben sich einige meiner Begleitpersonen so sehr vermummt, dass ich sie fast nicht wiedererkannt haette. :)

Unter anderem stand auch ein Besuch bei den Fischteichen auf meinem Stundenplan, wo ich zuschauen konnte, wie der Fisch dort "geernet" wird. Der gesamte Teich wird von Maennern mit einem grossen Netz durchgekaemmt und der Fisch wird so in eine bestimmte Ecke des Teiches getrieben, wo er dann gafangen wird. Als wir gehen wollten wurde ich von den Fischern zurueckgerufen und habe dann erst mal 4 noch lebende (!) Fische in die Hand gedrueckt bekommen, die ich mit nach Hause bringen sollte. Diese haben auch noch beinahe den ganzen Weg nach Hause gelebt... am Abend gabs diese dann zum Abendessen :)

Ein besonderes Erlebniss war das CYF-Treffen in Victory, einem Dorf, welches hoch in den Bergen liegt und welches man nur zu Fuss ereichen kann. Der Weg dahin stellte sich als alles andere als einfach heraus, da sich durch den Regen alles in die reinste Matschpiste verwandelt hatte. So nannten wir unseren Marsch nach dort oben nur doch "The Slidig-Competition". Ich hab ich zwar nicht aufs Maul gelegt...jedoch bin ich wohl in das mit Abstand tiefste Schlammloch auf dem ganzen Weg getreten. Folge dessen war, dass ich a) fast meinen Gummistiefel verlohren haette b) trotz Gummistiefel nasse Fuesse bekam, da ich bis zu den Knien im Matsch steckte c) viele Leute ihren Spass an meinem Anblick hatten....:) Jedoch sind wir alle gut auf diesem Treffen angekommen. Am letzten Abend war dann so ein Talentabend angesagt. Natuerlich wurde ich gleich gefragt, ob ich nicht etwas vorsingen moechte. Da ich zuvor mit Kuya Elmar (23) fleissig Lieder in Waray-Waray und Deutsch geuebt hatte sollte ich dann natuerlich einen Waray-Waray Song singen. Gluecklicherweise hat sich Kuya Elmer dazu breitschlagen lassen mich mit der Gitarre zu begleiten und mitzusingen und so haben wir dann vor unendlich vielen Zuschauern zuerst "Ikaw an Kusog" (du bist  Staerke) und dann "Wo zwei oder drei" geschmettert. Dafuer gab es dann auch erst mal einen tosenden Applaus und ich muss zugeben, dass es mir sogar etwas Spass gemacht hat. :) Doch hatte dieser Auftritt noch weitere Auswirkungen...so kam es, dass ich bei beinahe jeder Gelegenheit "Ikaw an Kusog" singen musste (ob mit oder ohne Hilfe von Kuya Elmer). Ich glaube ich habe mir dieses Lied langsam echt ueberhoert...:)

Der Abschied aus Macopa am Sonnatg fiel mir dann echt schwer. Ich sollte den ersten Bus um 6 Uhr nehmen wurde dann aber schon um 4 Uhr von Schritten vor meiner Zimmertuer geweckt. Ich dachte erst, dass sei Tatay, der nun auf dem Weg zum Meer sei, aber als dann eine Gitarre erklang und dann auch noch Leute zu singen anfingen war mir klar, dass das nicht Tatay ist. So habe ich mich dann voll verpennt vor meine Tuer gewagt und blickte in eine Taschenlampe die mir direkt ins Gesicht leuchtete. Dahinter erkannte ich nach und nach all die Menschen, die mir in der kurzen Zeit so wichtig geworden waren. Alle waren sie noch in Schlafklamotten und hatten ihre Bettdecke gegen die Kaelte um den Kopf gewickelt.  So wurden fuer mich erst mal 3 Lieder gesungen, beim 4. Lied fiel dann aber keinem mehr so ganz der Text ein...so wurde kurzerhand die CD aus dem Nachbarhaus geholt und diese mir einfach vorgespielt. :) 

Wie ihr seht geniesse ich meine Zeit hier gerade voll und ganz. Am 26. Dezember werde ich wohl zu meinem 2. Placement nach Alogan, Eastern Samar reisen. Ich bin schon neugierig was mich dort erwartet. Auf der anderen Seite vermisse ich Macopa gerade sehr, aber ich werde wohl im Februar nochmal einen weiteren Monat dort leben.

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