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Kuzer Bericht ueber Hilfsaktionen etc

Autor: Miriam | Datum: 01 Oktober 2009, 09:03 | Kommentare deaktiviert

Erst mal moechte ich auf die Fotos hinweisen, die ich und Anni online gestellt haben (schaut euch auf jedenfall auch Annis an, die sprechen echt fuer sich!). Die letzten Tage waren wir damit beschaeftigt Paeckchen fuer die Opfer des Taifuns zu packen und diese dann gemeinsam zu verteilen. Dazu sind wir in einer grossen Gruppe zu verschiedenen Gemeinden gefahren, welche von der Flut betroffen waren, um ihnen Solidaritaet zu zeigen. So haben einzelne Gemeindmitglieder ueber ihre Erfahrungen berrichtet und wir haben gemeinsam gebetet und gesungen. Das war echt hart das alles mitzuerleben, aber ich muss sagen, dass ich es gut verkraftet habe. Ich habe mir immer vorgehalten, warum ich das gerade mache und die Menschen, mit denen ich unterwegs war haben mir auch sehr geholfen. 

Wenn man in die betroffenen Gebiete hineingeht scheint alles auf den ersten Blick ganz nett zu sein: Ueberall haengen Waescheleinen mit bunten Klamotten, die Baeume sind mit bunten Plastiktueten bestueckt und ueberall auf den Strassen sitzen kleine Gruppen von Menschen. Aber die Idylle truegt. Beim zweiten Blick erkennt man was hier passiert ist und wie sehr die Menschen leiden. Ueberall wo wir hinkamen waren wir schnell von Meschen umrundet, die uns von ihren Erlebnissen berichteten und sich freuten, dass wir da waren um ihnen zuzuhoeren. Ein Mann den wir trafen, war total betrunken. Wahrscheinlich konnte er die Situation anders nicht mehr ertragen...Wie ich schon mal erwaehnt hatte sind die Meschen nah an Fluessen oder dem Meer am meisten betroffen. Jedoch haben viele keine andere Wahl als dort zu wohnen, da wo anders kein Platz fuer diese ist....

Ich werde versuchen noch einen genauren Bericht zu verfassen, um alles noch naeher zu beschreiben...aber ich weiss nicht ob ich die Zeit dafuer finde. Ich hoffe sehr, dass Anni und ich noch bei weiteren Hilfsaktionen mit eingebunden werden.

 

zu den Ereignissen der letzten Tage...

Autor: Miriam | Datum: 28 September 2009, 11:10 | Kommentare deaktiviert

ICc weiss nicht in wie weit ihr alle ueber den Taifun und die daraus resultierenden Ueberschwemmungen informiert seit...jedenfalls merke ich dass sich viele zuhause in Celle sorgen um Annika und mich machen.

Uns geht es gut. Wir leben etwas hoeher gelegen und haben ausser sehr starken regen am Samstag nicht viel mitbekommen. Erst ueber den Fehrnseher haben wir erfahren wie akut die Situation hier vor Ort ist. Wir werden die naechsten Tage an Hilfsprojekten  teilnehmen. Wirklich bertroffen sind die, die nahe der Kueste oder der Fluesse leben. Am schlimmsten sind die aermsten der armen betroffen! Es ist momentan alles noch recht unvorstellbar fuer uns und wir hoffen, dass wir irgendwie helfen koennen.

Also, macht euch keine Sorgen um uns, sondern hofft (und betet) fuer die die es am schlimmsten getroffen hat. Uns geht es gut!

 

 (weiter)

 

Raus aus dem versmogten Manila

Autor: Miriam | Datum: 22 September 2009, 05:31 | Kommentare deaktiviert

So, jetzt sind Anni und ich ja schon 3 Wochen hier auf den Philippinen und ich muss sagen, dass wir immer selbststaendiger werden. :) So haben wir jetzt auch schon unsere ersten Textmates (Freunde mit denen man sich die ganze Zeit SMS zusendet). SMS sind hier voll billig, aber ich muss sagen, dass ich dieses ganze getexte manchmal doch sehr anstrengend finde. Aber daran muss ich mich wohl erst mal gewoehnen. ;)

Am letzten Donnerstag sind wir nach Cabuyao zum Nestle Workers Camp gefahren. Dort haben wir mit (ehemaligen) Nestle Arbeitern ueber Nestle und die daraus resultierende Situation gesprochen. Nestle ist Nahrungsmittelproduzent Nr.1 weltweit und nutzt seine Macht somit auch voll aus. Folge sind Unterdrueckung der dort angestellten Arbeiter bis hin zur Ermordung von Gewerkschaftsfuehrern. Es geht bei all dem immer nur um Macht und Geld, die Menschen die hier betroffen sind zaehlen nicht. Mehr dazu werde ich dann aber genauer in meinem Rundbrief schreiben.

Letztes Wochenende sind Anni und ich dann mal endlich raus aus Manila gekommen, da es ab in die Berge ging. Wir sind da zu einer echt sehr kleinen Kirche gefahren und haben die Nacht auf dem Boden der Kirche geschlafen. Ausser dass es verdammt kalt war ging das voll klar. :) Ich hab mich da wie in so einer typischen Fehrnsehdoku gefuehlt. Die Menschen dort leben immer noch in sogenannten Tribes und betreiben Wanderfeldbau. Auch produzieren sie Holzkohle, obwohl dies die Regierung - ebenso wie Wanderfeldbau - verboten hat. Durch die Rodung der Waelder ist diese Gegend sehr vor Schlammlawinen gefaehrdet. Daher verbietet die Regierung dort zu wohnen. Wo anders koennen die Einwohner jedoch nicht hinziehen, da es keinen anderen Ort gibt. Es ist ein verdammter Teufelskreis. Einige NGO's versuchen dort Alternativen zum typischen Wanderfeldbau durchzusetzen, jedoch mangelt es an finanziellen Mitteln. Farmer in den Philippinen erhalten nicht wie in Deutschland Subventionen von der Regierung.

In der kleinen Kirche dort haben wir dann einen Gottesdienst gefeiert. Hinter mir sassen Kinder und im Verlauf des Gottesdienstes vernahm ich ein Getuschel und ein Rumgezuppel an meinen Dreads. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie die Kinder versuchten, aus ihren Haaren irgendwie Dreads zu machen. :) Auch waren da noch zwei Jungs in unserem Alter. Da diese aber fast gar kein Englisch konnten kamen wir bei unserer “Unterhaltung” nicht ueber Name, Alter und Cellphonenumber (!) hinaus.

Am Samstagabend sind wir dann wieder runter nach Cabanatuan City gafahren, wo wir auf 2 (!) Birthdaypartys waren. Das war der Wahn! Wir mussten 2 Mal gut zu Abend essen und bei der zweiten Party hiess es dann auch: KARAOKE!!! Anni und ich haben fast immer zu zweit gesungen und auch gleich mit unseren ersten Versuch (Zombie von den Cranberries) 100 Punkte geschafft. :)

Am Sonntag waren wir dann in 3 (!) Gottesdiensten, wobei das Programm immer das Gleiche war und nur der Ort ein anderer. Das war auch verdammt anstrengend! Am Abend hiess es dann wieder Abschied zu nehmen, was mir echt schwer fiel. So sind wir dann mal eben 4 Stunden nach Manila zurueckgereist. (Zeit nimmt man hier einfach mal ganz anders wahr :) ) Wir wurden von Ate Maira (sie wohnt mit uns zusammen in CHR und kommt meistens ueberall mit hin) abgeholt. Als ich sie wieder gesehen habe, hab ich mich riesig gefreut und mich auch gleich wieder in Manila zu Hause gefuehlt. Mir ist dabei aufgefallen, dass das, was ein zu Hause ausmacht, nicht der Ort ist, sondern die Menschen, die dort leben! :)

In letzter Zeit wird unser Schedule immer wieder veraendert. So sollte ich eigendlich schon am 7. Oktober nach Tacloban fliegen, aber der Termin verschiebt sich immer weiter nach hinten, da immer mehr Programm hinzukommt. Wenn das so weiter geht bin ich dann im Dezember in Tacloban City! ;) Ich werde dort dann wahrscheinlich viel rumreisen und so eine Art Basis haben, wo mein Gepaeck sein wird. Was ich dort alles so machen werde, kann ich nicht sagen. Ich denke, das entwickelt sich dann einfach! :)

Bitte verzeiht meine ganzen Rechtschreibfehler und Wiederholungen in meinen ganzen Blogeintraegen, aber ich habe nie viel Zeit diese zu verfassen! Ich versuch mir Muehe zu geben... :)

Okay, liebe Gruesse an euch alle! Haltet die Ohren steif, Tiger! :)

 

Anni flutet Bad - Miri macht mit...und weitere Highlights der letzten Tage...

Autor: Miriam | Datum: 16 September 2009, 08:05 | Kommentare deaktiviert

Die letzten Tage waren wieder sehr erlebnisreich und wir haben wieder verdammt viel gesehen. Jedoch werde ich hier nicht auf alle Stationen genau eingehen, da dieser Blog ja oeffentlich ist. Also genaueres kommt dann im Rundbrief.

Nachdem wir vor ueber einer Woche das erste Mal alleine Jeepney gefahren sind und wir total stolz darauf waren, ist dies nun zur Gewohnheit geworden...;) auch sonst gewoehn ich mich immer mehr an meine neue Umwelt hier. Ich versuche eifrig Cebuano zu lernen aber es faellt mir schwer die Grammatik richtig zu verstehen. Meine Lehrerin Ate Ludy hat sich viel Muehe gegeben mit alles zu erklaeren, aber die Sprachbarriere war zu gross....ich muss mir das jetzt alles irgendwie selber erklaeren.

Letzten Samstag waren Anni und ich bei einem Kinderfest von verschiedenen Gemeinden. Das war voll lustig und bunt! Dir Kinder haben immer in kleinen Gruppen auffuehrungen gemacht. Wir hatten echt unseren Spass daran! Nach einiger Zeit scharrten sich beachtlich viele Kinder um uns und stellten uns alle moeglichen Fragen. Ganz vorne mit dabei waren Fragen wie "what's your favourite colour?" oder einfach "What's your name", "Do you have a boyfriend?". Wir haben die Gelegenheit genutzt mal etwas unser Tagalog auszuprobieren. :)

Am Sonntag waren wir wieder im Gottesdienst. Diesmal in Tondo, wo Anni dann leben wird. Insgesamt sind die Gottesdienste hier so anders als ich sie aus Deutschland kenne. Anfangs steigt voll die Party, waehrend eine Band vorne den Lobpreis schmeisst. Die Stassenkinder die in der CHR zum Gottesdienst eingelanden wurden haben voll abgetanzt....voll schoen! Auch der Rest des Gottesdienstes ist viel lockerer, aber dennoch intensiever. Ich muss mich daran echt erst mal gewoehnen. Auch ist Sonntags bei uns immer voll die Sonntagsstimmung wie in Deutschland zu Weihnachten Weihnachtsstimmung ist! Nach dem Gottesdienst essen immer alle zusammen.

Am Montag sind wir dann nach Tondo zum Smokey Mountain gefahren. Das war einfach voll krass. Bisher kannte ich solche Szenen nur aus Dokus im Fehrnsehn...nun stand ich mitten drin. Viele Familien leben hier wiklich auf dem Muell. Was bei uns normaler Erdboden ist, ist da Muell! Teilweise war der Matsch so tief, dass ich trotz Gummistiefel aufpassen musste, dass ich nicht vollgematscht werde. Wir haben uns dort das Day Care Center angeschaut, welchens von der UCCP errichtet wurde. Auch haben wir uns den Unterricht dort angeschaut. Ich kann einfach immer noch nicht ganz fassen, dass das was ich da gesehen habe wirklich existiert. Es ist so unvorstellbar!

Da man aufgrund des Muellgeruchs nach einem Besuch dort unbedingt eine Dusche nehmen muss, haben wir beide erst mal ausgiebig geduscht, wobei Anni erst mal das ganze Bad ueberflutet hat. Diese Gelegenheit haben wir damm erst mal dazu genutzt dass ganze Bad gleich ein zweites Mal zu fluten und sauber zu schrubben. Ich hab mich glatt wie beim schrubben des Cafes im Bunten Haus gefuehlt...;)

Gestern haben wir dann zwei Norweger kennengelernt, die drei Monate hier bleiben werden. Beide sind 19. Wir haben erst mal beschlossen ein interkulturelles Kochen zu veranstalten. Dummerweise haben wir eine Kleinigkeit dabei vergessen...und zwar unsere Handynummern auszutauschen...:)

Anni und mir wird immer noch "Hey Ma'am" oder "Sexy!" von den Filipinos hinterhergerufen....ich glaub ich werde mich nie daran gewoehnen! Ich weiss einfach nicht wie ich reagieren soll...meistens laechle ich einfch nur dumm...:)

Langsam wird mir klar, wie lang so ein Jahr hier ist und dass ich noch lange nicht an Rueckkehr denken kann. Natuerlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde,aber die Menschen hier sind so was von lieb und mir in den letzten zwei Wochen schon richtig ans Herz gewachsen! Ich freu mich auch immer noch riesig auf das ganze naechste Jahr und bin schon verdammt neugierig, was ich noch alles erleben werde!

Also, viele liebe Gruesse aus den Philippinen! Machts gut ihr lieben! Ayo-ayo! (passt auf euch auf!)

 

Zweiter Teil aus der ersten Woche auf den Philippinen

Autor: Miriam | Datum: 05 September 2009, 04:49 | Kommentare deaktiviert

 

Donnertstag sind wir dann zur Traffic Tour aufgebrochen. Das heisst , wir sind mit allen moeglichen Fahrzeugen, die es so gab, gefahren. Generell heisst es bei oeffentlichen Fahrzeugen hier: Immer so viele Pasagiere wie moeglich! So sind wir mit dem Jeepney zu einem Bootsanlegeplatz gefahren um von dort aus mit dem Boot an den Stadtrand Manilas zu fahren. Waehrend unser Fahrt liefen die ganze Zeit irgendwelche Filme die so aehnlich wie "Kevin allein Zuhaus" aufgebaut waren. Obwohl ich solche Filme eigendlich meistens total doof finde, musste ich echt lachen, da sich unsere philippinische Begleitung einfach koestlich ueber den Film amuesierte.

Am Stadtrand angekommen war alles sehr aermlich. Manila ist wirklich eine Stadt der Gegensaetze! So stehen neben einer Shopping Mall die Strassenkinder.

Durch diesen Stadtteil sind wir dann mit dem Tricycle (Motorrad mit angebauten Wagen) gefahren. Die meisten Haeuser, an denen wir vorbei fuhren, bestanden groestenteils aus Wellblech oder Holz. Unsere Tour mit dem Tricycle endete vor einem grossen Markthaus, wo wir dann gegessen haben.

Unser naechstes Gefaehrt war ein Push-Cart. Das ist ein aus Holz zusammengezimmertes Gestell, welches von einem Mann die Schienen entlanggeschoben wird. Jedoch werden die Schienen parallel auch immer noch von einem Zug benutzt.So muss man immer wenn dieser kommt das Gestell schnell von den Gleisen nehemen; Die Fahrer wissen aber in der Regel genau, wann ein Zug kommt. Die Fahrt mit dem Push-Cart war mit Abstand die aufregenste, aber auch die krasseste, da einem dabei einfach nochmal die sozialen Unterschiede wirklich bewusst wurden!

Dannach fuehrten uns die Philippinas erst mal zu Mc Donalds. Da dachte ich erst nur: "Na toll Mc Donalds! Das gibt es in Deutschland auch...!" Jedoch stellte sich heraus, dass die Zusammensetztung der Gerichte sich doch von der in Deutschland unterscheidet. So wurde uns erst mal eine Cola vorgesetzt, auf welcher ein Mc Sunday trohnte...Cola und Mc Sunday Ice Cream! UNVORSTELLBAR...aber ueberraschend lecker!

Am Freitag hatten Anni und ich dann das erste Mal unseren Sprachkurs. Jeder von uns hat einen Lehrer fuer sich. Meine Lehrerin heisst Ate Ludy und ich find sie ist eine echt gute Lehrerin. Nach dem Unterricht haben wir zusammen gegessen und uns wurde noch ein bisschen was ueber philippinisches Benehmenbeigebracht. Am Nachmittag haben Anni und ich es dann geschafft auch mal ALLEINE Jeepney zu fahren. Und man kann so eine Tour mit einem Jeepney echt nicht mit einem deutschen Stadtbus vergleichen! So sind wir dann zur Mall um mir endlich ein Moskitonetz zu kaufen. Unsere Philippinas meinten schon seit Monatg "that we need to buy a moskitonet" Aber immer wenn ich dann fragte wurde das verschoben...:-)

Als wir wieder gut zuhause angekommen waren kam dann eine echte Herausforderung auf mich zu: Wie soll man ein Moskitonetz (welchen an vier statt an einer Stelle befestigt werden muss) ohne Naegel und Faeden anbringen?? Nach reichlichem Ueberlegen und Absuchen der Weaende habe ich ein Konstrukt erschaffen, dass die erste Nacht ueber gut gehalten hat und auch immer noch haengt!

Und sonst so....:

Das Wetter ist wie im Tropenhaus. Alles ist einfach klamm und unsere Waesche will einfach nicht trocken. Ich hab bald nichts mehr zum anziehen!!! Das Essen ist so super lecker, aber es macht nicht wirklich satt. Jedoch essen die Philipinos verdammt oft (und werden dabei nicht dick!!). Ueberall laufen total abgemagerte Katzen herum und einmal hab ich eine gesehen, der ein riesiger Wurm aus dem Hintern hing. Deutsche Kazten sind im Gegensatz dazu wirklich fett!! Wir werden wirklich super lieb betreut! Als ich eimal nur kurz gehustet hab, wurde ich gleich gefragt, ob ich zum Artzt wolle! Also ihr braucht euch alle keine Sorgen um mich machen! Liebe Gruesse aus den (sehr warmen) Philippinen!

 

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